Zum Hauptinhalt springen

Steuerberater der Zukunft

Interview mit Martin Fürsattel von der Kanzlei Fürsattel & Collegen

Fürsattel & Collegen ist eine Steuerberatungskanzlei mit Sitz in Bayern und Brandenburg. Die Traditions-Kanzlei wird von Martin Fürsattel in zweiter Generation geführt. Billomat hatte ihn im Interview! Was dabei herausgekommen ist lesen Sie hier.

Hallo Martin, kannst du dich und deine Kanzlei „Fürsattel & Collegen Steuerberater“ bitte vorstellen?

Fürsattel & Collegen ist eine mittelständische Steuerberatungskanzlei mit langer Tradition und spannender Zukunft! Gegründet wurde sie 1952 durch meinen Vater, Walter G. Fürsattel, einem der sieben Gründungsmitglieder der DATEV. Die Steuerberatung liegt sozusagen in meinen Genen und seit 1997 bin ich selbst mit Begeisterung dabei.
Ich bin 53 Jahre jung und seit 21 Jahren – ist das lange – bin ich Steuerberater. Mit meiner Frau und meinen beiden Töchtern , 17 und 20 Jahre alt, habe ich eine wunderbare und aufgeschlossene Familie, die viel unterwegs ist und viel Lebensfreude besitzt. Der Satz: „Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum“ ist fest in meinem Kopf verankert und motiviert mich stetig, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen. Begeistern kann ich mich für Yoga, Segeln und Wandern, „ehrliches“ Essen und guten Wein sowie Laufen. Ich durfte jetzt im September meinen 13. Berlin-Marathon genießen.
Wir von Fürsattel & Collegen unterhalten Niederlassungen in Nürnberg (Bayern) sowie Stahnsdorf (Brandenburg) und betreuen derzeit mit sieben Berufsträgern und rund 35 Mitarbeitern unsere Mandanten aus den unterschiedlichsten Branchen in allen Bereichen der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung – natürlich digital, wenn Sie das auch wünschen.


„Fürsattel & Collegen“ hat eine lange Tradition: Erzähl uns doch bitte, wie sich die Kanzlei seit der Gründung 1952 entwickelt hat.
Da hat sich viel getan: Damals wurden die mit Lochstreifen erfassten Buchführungsdaten der DATEV-Mitglieder noch in einem externen Rechenzentrum verarbeitet.
Heute werden die Dienstleistungen online angeboten, so dass die Mandanten jederzeit und schnell Einsicht in ihre betriebswirtschaftlichen Daten nehmen können und somit mehr Zeit für ihr Kerngeschäft haben. So kümmern wir uns heute darum, Prozesse zu vereinfachen, ein papierloses Büro zu gestalten und konsequent die Digitalisierung der Buchhaltung in die Unternehmen zu bringen. Weitere interessante Infos, wie es damals in der Buchhaltung war und was die Digitalisierung aus ihr gemacht hat, gibt es auch in einem Blogbeitrag der DATEV.
Fürsattel & Collegen, eine der ältesten inhabergeführten Kanzleien Deutschlands, die auf eine erfolgreiche sowie spannende Zeit und Entwicklung zurückblickt, hat sich ständig weiterentwickelt, immer die Herausforderungen der jeweiligen Zeit angenommen und optimale Lösungen geschaffen.
Die Kanzlei wurde im Jahre 1952 durch meinen Vater, Walter G. Fürsattel, gegründet, der jahrzehntelang sein umfassendes Fachwissen und seine Gabe der persönlichen Zuwendung zur vertrauensvollen Beratung der Mandanten, zur Förderung des Berufsstandes und zum Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzte.
Geführt hatte mein Vater die Kanzlei zusammen mit meiner Mutter Ursula, die selbst seit 1975 als Steuerberaterin in der Kanzlei mitarbeitet. 1997 kam ich zum Familienunternehmen und bin seitdem mit viel Begeisterung und Herzblut dabei. Seit 2007 ist Paul-Wenzel Tosner Partner in der Sozietät und zu Beginn des Jahres 2017 haben wir die Partnerschaft um die beiden Steuerberaterinnen Frau Kathrin Heidepriem sowie Frau Astrid Gruber erweitert.
Um unsere Prozesse klar und transparent innerhalb unserer Kanzlei und gegenüber unseren Mandanten zu kommunizieren und schnell an aktuelle Mandantenprozesse anzupassen, haben wir ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2008 eingeführt und anschließend auch eine erfolgreiche Rezertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 erhalten. Durch jährliche Audits erbringen wir den Nachweis, dass die Forderungen der ISO 9001:2015 nach wie vor eingehalten werden und wir die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden nachhaltig erfüllen, indem wir unsere Prozesse ständig überprüfen, verbessern und anpassen. Oberste Priorität hat für uns immer die Erfüllung der Bedürfnisse unserer Mandanten.
Im Jahre 2014 erhielten wir für unser Kanzleimanagementsystem das DStV-Qualitätssiegel vom Deutschen Steuerberaterverband e.V.. Und seit August 2018 ist unsere Kanzlei auch top digital zertifiziert.
Den Grundsätzen unserer Kanzleiphilosophie, dazu zählen Beratung, Engagement, Dienstleistung, Wertschätzung und Vertrauen, sind wir in den ganzen Jahren immer treu geblieben.

Welche Leistungen bietet „Fürsattel & Collegen“ an und wer sind üblicherweise eure Mandanten?
Wir bieten alle klassischen Dienstleistungen einer Kanzlei an. Dazu zählen beispielsweise Steuerberatung, Rechnungswesen, Personalrechnungswesen, DATEV Arbeitnehmer online, steuerliche Spezialgebiete, BWL-Beratung, Nachfolgeberatung und Beratung zur Existenzgründung.
All diese Dienstleistungen wickeln wir zunehmend digital ab. So nehmen wir grundsätzlich nur neue Unternehmensmandate an, wenn die Buchhaltung digital bearbeitet wird. Neben dem klassischen „SCANBYU“, das heißt, der Mandant scannt seine Belege selbst ein, bieten wir auch „SCAN4U“ an. Hier digitalisieren wir alles für den Mandanten.
Ergänzend kümmern wir uns noch um die Themen Organisations- und Prozessberatung, besonders im Bereich der Digitalisierung. Das sind zum Beispiel die Themen Verfahrensdokumentation und Ersetzendes Scannen.
Unsere Mandanten kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und besitzen die unterschiedlichsten Unternehmensgrößen. In den Jahren haben sich allerdings zwei Schwerpunktbranchen mit Privatschulen und Medizintechnik herauskristallisiert. Wir bemerken aber, dass immer mehr Start-Up`s und Gründer auf uns zukommen. Für uns ist letzten Endes nicht entscheidend, aus welcher Branche unser Mandant kommt, viel wichtiger ist für uns, dass das Miteinander stimmig ist.
„Es ist nicht wichtig aus welcher Branche unser Mandant kommt, viel wichtiger ist, dass das Miteinander stimmig ist“


Wie macht ihr neue Mandanten auf euch aufmerksam?
Das passiert hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Das ist unser größter Erfolgsfaktor. Natürlich haben wir aber auch eine suchmaschinenoptimierte Webseite und sind auf den verschiedensten Plattformen im Internet zu finden. Hinzu kommen dann noch Flyer, Broschüren und unsere Mandantenzeitschrift „tatort:Steuern“.

Beim Thema Social Media stehen wir noch ganz am Anfang, werden aber diesen Bereich bald noch ausbauen, so dass wir hier auch Ansprechpartner sind. Instagram und Xing Accounts gibt es aber schon

 

In der Klischee-Vorstellung kämpft sich ein Steuerberater den ganzen Tag durch Papierkram, was natürlich nicht stimmt: Also wie sieht der Alltag eines Steuerberaters in Wirklichkeit aus?
Dieses Klischee ist wirklich teilweise noch in den Köpfen der Menschen. Mein Alltag ist spannend, abwechslungsreich und natürlich auch herausfordernd. Mein permanentes und liebstes Arbeitsmittel ist mein iPad, auf dem ich alles dokumentiert und immer mit dabei habe, egal wo ich bin. Ob beim Mandanten, beim Finanzamt oder in der Kanzlei.
Das Berufsbild ist aber stark im Wandel. Die Digitalisierung in den 3 Ebenen Interne Prozesse – Finanzverwaltung – Zusammenarbeit mit unseren Mandanten hat viele Prozesse komplett verändert und das ist aus meiner Sicht erst der Anfang.
Es gibt auch eine steigende Nachfrage bei unseren Mandanten nach technischen Lösungen und anderen Formen der Zusammenarbeit. So werden wir noch im Herbst unseren Mandanten ein Kollaborationstool in den Bereichen Belegaustausch und Belegarchivierung, Stichwort: „digitaler Notfalltresor“, für das private Umfeld anbieten.


Ihr bietet eine eigene Mandantenzeitschrift namens „tatort:Steuern“ an – worum handelt es sich dabei genau?
Gemeinsam mit unserer Kooperation „tatort:Steuern“ geben wir für unsere Mandanten eine eigene Mandantenzeitschrift heraus.
Unter dem Titel „tatort:Steuern“ erhalten unsere Mandanten viermal jährlich wertvolle, praxisnahe Informationen zu aktuellen Themen. Die verständlich aufbereiteten Beiträge geben einen guten Überblick und dienen als Basis für weiterführende, individuelle Beratung. Die Beiträge sind bewusst verständlich geschrieben und mit einem speziellen Fokus in jeder Ausgabe. Dabei entstehen die Textbeiträge auf Basis höchster Ansprüche. Ein intensiver Erfahrungsaustausch der Redaktionsmitglieder, das sind sieben Steuerberater und ein Wirtschaftsjournalist, zeigt, welche Fragen unsere Mandanten wirklich interessieren. Auf dieser Grundlage entsteht ein gern gelesenes Magazin.

 

Selbstverständlich macht auch die Digitalisierung vor Steuerkanzleien nicht halt: Inwiefern hat sich die Arbeit eines Steuerberaters bereits verändert und wie wird sie sich deiner Meinung nach noch verändern?
Ich denke, dass das manuelle Buchen komplett durch die Digitalisierung abgelöst wird.  Viele Prozesse sind viel einfacher durch die Automatisierung geworden. Wir sind bei diesem Prozess von Anfang an mit großem Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters dabei.
Unsere Kanzlei ist Gesellschafter der Pap.Lo GmbH. Somit sind wir Mitglied in einem bundesweiten Netzwerk von Steuerberatern, die sich ganz der Digitalisierung widmen und sich gegenseitige Beratung und Unterstützung geben. Hier profitieren alle voneinander.

2018 haben wir mit der TOP Digi Zertifizierung – 08/2018, 96 von 100 zu erreichenden Punkten ergattert. Darauf sind wir sehr stolz!

 

Der Steuerberater der Zukunft wird noch mehr als Berater von Unternehmen fungieren und hinsichtlich technischer Entwicklungen und Neuerungen aufgeschlossen sein. Er wird auch immer mehr zum Prozessberater für den Mandanten. Auch die Frage nach der richtigen Software im Rahmen der Arbeitsteilung von Kanzlei und Mandant wird uns immer öfter gestellt, und hier sind wir dankbar, mit Billomat einen innovativen und langfristigen Partner gefunden zu haben, den wir mit gutem Gewissen weiterempfehlen können.

 

Es gibt immer mehr Steuersoftware-Tools, die unter anderem auch die Steuererklärung übernehmen. Wo siehst du hier die Vor- und Nachteile im Gegensatz zu einem Steuerberater?
Software-Tools ersetzen nicht eine persönliche und kompetente Beratung und können nur Teilbereiche abdecken. Sicherlich ist das für manche Bereiche sinnvoll, da das natürlich auch kostengünstiger ist. Wichtig ist aus meiner Sicht aber, dass diese „Werkzeuge“ auch bedienbar sein sollten und der „Faktor Mensch“ nicht zu stark in den Hintergrund gedrängt werden sollte. Daher heißt unser Kanzlei-Motto 2018 „Chancen nutzen, Lösungen leben – Von Menschen für Menschen!“
Die Kombination ist der Schlüssel: digital und persönlich! Der Austausch der Belege und wichtiger Unterlagen kann online mit dem Mandanten unter Beachtung des Datenschutzes und der Datensicherheit durch sichere Cloudlösungen sehr gut abgebildet werden – aber die Beratung von Mensch zu Mensch kann kein Tool der Welt übernehmen.


Ihr bezeichnet euch als „lernendes Unternehmen“. Was tut ihr dafür, um im sich ständig ändernden Steuersystem auf dem neuesten Stand zu bleiben?

Ständige Schulung und Weiterbildung der Partner und der Mitarbeiter, natürlich fachlich. Das ist aber nicht alles. So haben wir im März dieses Jahres einen kanzleiweiten DIGITAG veranstaltet, um allen Mitarbeitern die Möglichkeiten der Digitalisierung an Echtfällen aufzuzeigen, auch aus der Mandantensicht. Wir haben einen permanenten Austausch mit Kollegen in unseren Kooperationen PAP.LO und tatort:Steuern, inklusive gemeinsamer Mitarbeiterschulungen und best practice groups.


Welche Tipps würdest du Gründern geben, die sich selbstständig machen wollen?
Sie sollten Neuem und Innovationen gegenüber aufgeschlossen sein. Die richtigen Mitarbeiter suchen, finden und binden, und so ein starkes Team bilden, außerdem Mitarbeiter Prozesse aktiv mitgestalten lassen und ihnen die richtige Wertschätzung entgegenbringen.
Zusätzlich ist es sehr wichtig, Partner und Kooperationen zu haben und ein Netzwerk aufzubauen.
Und vor allem: Traut Euch, habt Mut, glaubt an Euch und Eure Idee! Fehler gehören dazu! Ein erfolgreiches Leben – auch als Unternehmer – heißt, mehrheitlich richtige Entscheidungen zu treffen, aber nicht zu 100%.


Vielen Dank Martin für das Interview!

Interview auf der Seite von Billomat: https://www.billomat.com/magazin/interview-fuersattel-collegen/#